Willkommen im Wunderland

Schnee.
So ein simples Wort.
Für manch einen assoziiert mit Plage
Für manch anderen schiere Rage.
Doch für mich kommt es gleich einem Zauber.
Wenn alte Weisheiten aus charmanten Filmen
und wohlige Zimt-Orangen-Düfte mich umgeben.
Wenn es zur größten Freude gehört
mit Buchhelden Abenteuer zu bestreiten,
während mich in Decken gehüllt,
das Leben außerhalb begleitet.
Wenn es Zeit ist, die Familie zu besuchen
und jeden Einzeln in die Arme zu schließen.
Wenn es zur größten Aufgabe gehört,
anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.
Wenn Erinnerungen mich durchströmen
und Geschichten geteilt werden.
Wenn die Klänge der Weihnachtsklassiker die Räume füllen
mich mitreißen
und mit purer Freude weit geleiten.
Tänzelnden Schrittes wird dem tobenden Schneesturm
im Kalten nachgeahmt.
Wohlige Wärme durchzieht mich,
während auf der anderen Seite
die Welt sich verwandelt wiederfindet.

Es ist die Zeit der Malerei.
Der Dichtkunst.
Der Musik.

Es ist pure Poesie.
Inspiration.

Ich will schreiben.
Einen Stift zwischen meinen Fingern balancieren
und kreieren sehen.
Ich will singen, tanzen.
Musik erklingen lassen.
All der geballten Kraft in mir Ausdruck verleihen.
Es weitergeben.
Und ziehen lassen.


Ich habe so viel Liebe in mir.
Es klingt lachhaft, übertrieben.
Aber wirklich,
mein Herz schmerzt.
Wehmut, Glückseligkeit, Furcht und unglaublich viel Dankbarkeit
streicheln meine Seele gleich eines Windhauchs.
Und bleiben doch haften.
Ich will verzweifeln aufgrund der schier unmöglichen Aufgabe 
es jemandem begreiflich zu machen.
Diese Wucht. 
Diese Macht.
Wie ein Orientierungsloser unter Wasser
suche ich nach einem Ausweg.

"Willkommen im Wunderland" schießt mir durch den Kopf,
während wir durch diese weiße Landschaft fahren.
Es ist ein Winterwunderland.
Eine einsame Straße inmitten eines verzauberten Waldes.
Wohin das Auge reicht,
jeder Centimeter ist erleuchtet von einer riesigen Schneedecke.
Als hätte jemand eine Packung Puderzucker
lachend und hüpfend quer über dies Stück Land verstreut.

Bilder schießen mir erneut durch den Kopf.
Ich habe das plötzliche Bedürfnis,
die Zweige anzustupsen.
Den herunterrieselnden Schnee 
erwartungsvoll mein Lächeln und die Zunge entgegen zustrecken.
Ich will die kalte Nässe sich auf meiner Haut verteilen spüren.
Und all die Erinnerungen und Geschichten,
die sie im schmelzen erzählen,
in die Arme schließen.

Mein Herz pocht beim Anblick
der vom Himmel fallenden Sterne.
Ba bum.
Ba bum.
Ich spüre wieder Omas faltige Wange,
wie sie meine warm streift.
Ba bum.
Das Verlangen zu sagen"Ich hab euch lieb".
Ba bum.
Kinder, die lachen.
Sich mit Schneebällen bewerfen und Hügel hinunterrollen.
Ba bum.
Ich auf dem Sofa,
inmitten meiner Familie,
Kerzen,
eine warme Tasse Kakao in der Hand,
vom Duft frisch gebackener Plätzchen umgeben.
Ba bum.
Ausgestreckte Hände, die ich ergreife.
Ba bum.
Meine Augen füllen sich mit Tränen.
Verdammt, warum weine ich jetzt?

Das Verlangen meine ganze Familie,
meine Vergangenheit,
in den Arm zu nehmen.
"Danke" zu sagen.
Und jeden dieser Körper, 
dieser Geister bewusst wahrzunehmen.
Ihre Existenz zu genießen.
Und ihnen jede alte Sorge,
jedes alte Bereuen
von den Schultern zu nehmen.

Eine einzelne kleine Schneeflocke  
setzt sich auf meiner Nasenspitze nieder.
Mit glasigen Augen verselbstständigt sich ein breites Lächeln.
Ich bin so dankbar für dieses Leben.












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@helenalleandra